1. Der schwarze Hund am Obertor

Wo befindet sich dieses Motiv? Bravo! Du stehst vor der größten Zeder Deutschlands. Doch weshalb steht sie ausgerechnet an dieser Stelle? Das erfährst du nun in Sage 1 !

Im kurfürstlichen Schloss in Weinheim lebte ein geachteter, bei seiner Herrschaft beliebter Hofgärtner, der für seltene und ausländische Pflanzen schwärmte. Darum züchtete er im Schlossgarten seltene Pflanzen wie frühreifende Trauben, süße, große Mandeln, Zitronen und allerlei Nadelbäume aus fernen Ländern. Darunter war eine aus Samen gezogene Zeder aus dem Libanon. Zwischen Weihnachten und den Heiligen Drei Königen (es wird auch von den heiligen zwölf Nächten gesprochen) ging er immer zu einem Lützelsachsener Weinbauern, der besondere Rebsorten zog. Sie probierten zusammen die neusten Weine und sprachen über die neue Rebanlage für den Kurfürsten. Da es inzwischen Nacht geworden war, verabschiedete er sich und wanderte nach Weinheim zurück. Da wurde er von einem dichten Nebel überrascht, der so dicht war, dass er kaum noch nach Hause fand ! Als er endlich die Prankelstraße erreicht hatte, gesellte sich eine schwarze Hündin zu ihm und zeigte ihm sicher den Weg zum Obertor, zum Schlossgarten und zu seinem Häuschen dort an der Stadtmauer. Dort angekommen, blieb sie stehen und leckte dem Gärtner die Hand. Am nächsten Morgen pflanzte der Gärtner an dieser Stelle die Libanon- Zeder und dort steht sie jetzt schon über zweihundert Jahre. Die Hündin soll immer noch in nebligen Nächten auftauchen und Wanderer bis zum Obertor begleiten und dann dort plötzlich verschwinden.

Hier kannst du die Sage hören:

Sage im Dialekt

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