12. Der Burgschatz


Vor vielen Jahrhunderten, als die Burg Windeck als Korn-und Weinspeicher für das Kloster Lorsch diente, mussten die Bauern jedes Jahr ein Zehntel des Getreides, das sie übers Jahr geerntet hatten, als Zinsen zahlen. Der Kornspeicher wurde voller und voller, die Weinfässer in den Kellergewölben wurden immer mehr. Die Fürstäbte verkauften das Getreide und den Wein und sammelten Silber, Gold, Edelsteine und Perlen. Dieser Schatz wurde in einem Zimmer neben dem Turm aufbewahrt. In Kriegen wurde er im unterirdischen Burggang oder im Gefängnis versteckt, bis die Gefahr vorbei war. Später, so vor dreihundert Jahren, wurde die Windeck zerstört und der Schatz war verschwunden. Einige sagten, er sei immer noch im Gefängnis unter dem Turm vergraben. Da beschlossen drei Männer aus dem Gerberviertel, das Gefängnis zu untersuchen. Sie nahmen die entsprechende Ausrüstung mit und gingen hinauf zur Ruine. Dort ließen sie ein Seil in das Gefängnis hinunter und zwei kletterten hinab. Sie gruben, was das Zeug hielt und fanden schließlich Waffen, Speere, Spangen, Ringe und alles war aus Gold und Silber und mit Edelsteinen und Perlen besetzt. Sie kletterten aufgeregt wieder hinauf und teilten alles gerecht im Turmzimmer. Jetzt hatten sie Gold und konnten alles kaufen, was sie wollten. Einer von ihnen war auf dem Heimweg schon ungeduldig, griff in seine Hosentasche und zog einen mit Edelsteinen besetzten Fingerhut, den er heimlich beim Teilen eingesteckt hatte, heraus… doch – auf einmal – hielt er einen Kieselstein in der Hand. Er öffnete seinen Sack und fand auch dort nur Steine und verrrostete Waffen. Die anderen schauten auch nach und auch sie hatten kein Gold oder Silber mehr. Nachdem sich das herumgesprochen hatte, ging niemand mehr auf die Burgruine ,um den Schatz zu heben.

Hier kannst du die Sage hören

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