13. Die Einweihung der Burg Windeck


Im Jahr 1130 war die zerstörte Burg Windeck wieder hergestellt und wurde eingeweiht. Der Bauherr, der mächtige Fürtsabt Diemo von Lorsch, wollte ein großes Fest feiern und verschickte deshalb zahlreiche Einladungen. Am Tag der Feier versammelten sich viele Menschen im Burghof. An der Spitze des Turmes stand ein kleines Tannenbäumchen, dessen bunte Stoffbänder lustig im Wind wehten. Als der Sohn des Baumeisters auf den Turm stieg, um den Zimmerspruch und den Segen für den wiederhergestellten Bau zu sprechen, wie es Brauch war, herrschte feierliche Stille. Plötzlich erhob sich ein heftiger Windstoß und der junge Mann dachte sich “Alle Bänder kannst du haben, nur das von meiner Braut nicht”. Kaum war er oben angekommen, erhob sich ein noch heftigerer Windstoß. Der junge Mann griff rasch nach seinem Band, verlor aber das Gleichgewicht und stürzte mit dem Bäumchen in die Tiefe, wo er zerschmettert liegen blieb. Die Gäste kehrten betroffen und still in die Stadt zurück, doch jedes Jahr an diesem Tag bewegt sich um Mitternacht ein Trauerzug den Schlossberg hinauf. An der Stelle des Unglücks bleibt er stehen. Dann tritt ein Mädchen aus der Versammlung heraus und in sein Klagen mischen sich die langgezogenen Glockentöne der ganzen Stadt. Beim ersten Hahnenschrei allerdings löst sich die Gesellschaft in Wolken auf.

Hier kannst du die Sage hören

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