5. Das Templerhaus


In stürmischen Winternächten hörte man früher im Gerberviertel (hier befindest du dich jetzt) Pferdegetrappel, das Wiehern und Schnauben der Pferde, Waffengeklimper und Hundegebell. Von der Burg Windeck kam nämlich ein Trupp Ritter den Burgweg herunter geritten. Niemand wagte sich auf die Straße raus, jeder und jede saß am warmen Herd. Alle wussten:Die Rittergespenster waren wieder unterwegs. Sie kamen über die Brücke an der “Schweiz”(heute eine Straße, die Grundelbachstraße) durch das Tor am “Diebsloch”, über das Brücklein am Gerberbach die Münzgasse herauf und hielten vor der Rechtskurve am Templerhaus an. Hier versammelten sich nun die früheren Ritter der Burg Windeck im mittleren Stock, obwohl die Türen extra zugemauert waren. Hier tobten sie, so lange der Wintersturm an den klapprigen Fensterläden rüttelte, die krummen Scheunentore eindrückte und die wackeligen Kamine von den Dächern riss. Die Leute in den umliegenden Straßen hatte keine Ruhe. Sie wurden in verschiedener Art von den Gespenstern geärgert :Bei einem Haus gingen die Türen auf und zu, beim anderen gingen die Lichter aus und in einem Stall schrie eine Ziege. Als man nach der Ziege schauen wollte, hatte sie sich losgerissen und war durch die offene Tür unter einen Heuwagen gekrochen. Eine Kuh wollte sie dort mit ihren Hörnern aufspießen. Beim Schuhmacher gegenüber heulte ein Hund und verkroch sich in seiner Hütte. Oben im Rabenhaupt’schen Hof, einem Haus weiter also, flogen die Frauen einfach so aus ihren warmen Betten und froren dabei sehr in ihren Nachthemden. Die ganze Münzgasse war verhext. Erst spät in der Nacht ritten die Geister wieder unter großem Lärm auf die Burg Windeck zurück. Das Templerhaus wurde wegen des Spuks auch am Tag gemieden. Niemand wollte dort arbeiten.
Die Ritter der Burg aus dem Kloster Lorsch, hatten früher die Weinheimer Bauern durch Abgaben so gequält, dass diese in stürmischen Winternächten aus ihren Gräbern kommen,um ihr früherers Leben noch einmal aufzunehmen. Der Teufel gönnt ihren Seelen keine Ruhe für ihre Schandtaten zu Lebzeiten, so sagt man.

Ein Tipp: Brauchst du nicht, hab ich mir gedacht ! Eigentlich musst du dich nur umdrehen….

Hier kannst du die Sage hören

4. Das sonderbare Leichenbegräbnis


Der Kaufmann Hecker aus der Kochgasse (heute Amtsgasse) gegenüber dem Deutschen Ordenshaus, dem heutigen Museum, war der reichste Bürger der Stadt Weinheim. Er hatte die größten Äcker, den fettesten Weizen und die ertragreichsten Weinberge. Er war auch Müller und besaß eine Mühle. An einem warmen Tag saß Herr Hecker in seinem Erker und schaute den Marktplatz hinauf. Manche Leute hatten ihm den Reichtum nicht gegönnt, obwohl er ein fleißiger Bürger und Kaufmann war. Manche alten Leute sagten, dass er nur so reich war, weil seine Vorfahren gewuchert und betrogen hatten und auch er betrog in der Mühle die Bauern, so sagte man. Es war gerade Jahrmarkt und die Köche in der Kochgasse kochten Essen für die Besucher. Es duftete nach gutem Essen draußen. Der Hecker zählte gerade seine Tageskasse, als der Tod ihm die Geldstücke aus der Hand riss und er tot umfiel. Drei Tage später wurde er beerdigt. Die Trauernden aus allen Stadtteilen versammelten sich vor seinem Haus. Dort sangen sie ein Abschiedslied. Die Sargträger wollten gerade den Sarg, der vor dem Haus stand, aufnehmen, da bemerkte einer der Trauernden einen Mann am Dachfenster. Es war der Hecker, der seiner eigenen Beerdigung zuschaute! Doch schnell verschwand die Erscheinung wieder. Jetzt trugen die Sargträger den Sarg zum Sankt Peter Friedhof in die Nordstadt. Nach der Beerdigung wurde das eigenartige Ereignis ausgiebig besprochen. Alle dachten, dass der so unehrliche Kaufmann nicht auf diesen Friedhof wollte, wo die ehrlichen Leute liegen. Er hat bis heute nicht seinen Frieden gefunden und geistert immer noch in seinem Haus herum und macht Geräusche. Auch heute hören ihn die Bewohner des Hauses noch, doch wenn sie nachforschen, verstummt das Geräusch sofort.

Hättest du gerne einen Tipp, um den nächsten Ort zu finden ? Alla gut ( so viel wie „Mach ich gern“ auf kurpfälzisch, dem hiesigen Dialekt). Du musst jetzt schon ordentlich hinunter… hat es eine längere Treppe in der Nähe ?

Hier kannst du die Sage hören

3. Der Laufbrunnen


Halte dich links !
Hast du sicher schnell gefunden, oder?


Der Fotoausschnitt gehört zum heutigen Marktbrunnen, der fast schon hundert Jahre hier steht. Davor stand ein ganz anderer Brunnen da und zwar ein Laufbrunnen mit mehreren Becken untereinander. Dass man den aus guten Gründen ersetzt hat, erfährst du in Sage 3 !


Bis zum Jahre 1890 stand in Weinheim gegenüber des Ratskellers ein großer Laufbrunnen. Man erzählte sich, dass der Brunnen am Weihnachtsabend Wein spende. Nun stritten zwei Brüder, ob dies stimme oder nicht. Sie beschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen.

Am Weihnachtsabend stellten sie einen Knecht an den Brunnen und warteten hinter dem halbverschlossenen Laden eines Nachbarhauses, was wohl geschehen werde. Der Knecht versuchte immer wieder das Wasser, doch es wollte und wollte nicht nach Wein schmecken.

Mit dem zwölften Schlag der Kirchturmuhr versuchte er das Wasser erneut und rief: „Ach, jetzt läuft Wein!“ Doch im selben Augenblick rief eine schwarze Gestalt, die plötzlich aufgetaucht war: „Und du bist mein!“ Die Gestalt packte den Knecht und verschwand mit ihm so schnell wie sie gekommen war.

Das Volk glaubte, der Teufel hätte den Knecht geholt. Seither machten alle Leute, die davon wussten, einen großen Bogen um den Brunnen. Heute besteht keine Gefahr mehr !
Ein Tipp, um das nächste Foto zu finden: Du stehst schon davor !

Hier kannst du die Sage hören

2. Der Weinklopfer am Marktplatz

Ein Tipp, um den zweiten Sagenort zu finden:Du musst hinunter laufen zum Marktplatz und dich dann rechts halten. Vorsicht, oft fahren da viele Autos und der Gehweg ist ziemlich schmal !

Suche dieses Motiv…du musst nach oben sehen!

Gut gemacht…du hast sicher ein wenig suchen müssen..Du stehst vor dem Haus von Peter Valck, deshalb diese beiden Buchstaben im braunen Fachwerk. Siehst du links im Innenhof das Tor, hinter dem der Weinkeller liegt? Hier spielt sich jeden Herbst das ab, was du in Sage 2 nachlesen kannst. .

Stadtrat Valck stand oben am Marktplatz. Gestern war er in den verschiedenen Weinbergen der Weinheimer Gemarkung unterwegs gewesen: im Hubberg, einem Weinberg oberhalb der Nordstadt, am Schlossberg (heute überbaut) und auf der Hördt (vor 150 Jahren ein riesiger Weinberg zwischen der Bahnhofstraße und dem Drei-Glocken-Center) . Unten am Marktplatz bogen gerade die Weinfassmacher, die Küfer, an der Ulnerschen Kapelle um die Ecke und kamen den Marktplatz herauf. Der Stadtrat begrüßte den Jörg und den Bastian, den Küfermeister. Mit ihrem Karren fuhren sie durch das Tor auf den Hof des stattlichen Fachwerkhauses in der Mittelgasse. Sie luden ihr Werkzeug und das Material ab und gingen damit in den tiefen Keller. Nachdem Herr Valck ihnen gesagt hatte, was zu tun war, ging er hinauf und die Küfer unten taten ihre Arbeit. Nach einigen Stunden waren sie fertig mit den Fässern und wollten gerade die Treppe hinaufsteigen, als sie plötzlich stehen blieben, weil unten jemand laut mit einem Hammer auf die Fässer klopfte. Das war der “Weinklopfer”. Das Klopfen wollte gar nicht mehr aufhören und Bastian dachte “Das wird ein Jahr voller Wein geben”. Das Klopfen hörte endlich auf und die Küfer gingen hinauf in die “gute Stube”. Herr Valck wartete hier schon auf sie und hatte Brot und Schinken gerichtet. Sie setzten sich zum Vesper und erzählten dem Stadtrat, was ihnen gerade passiert war. Der freute sich sehr, denn auch er wusste, dass ein Jahr mit sehr viel Wein zu erwarten ist, wenn man den “Weinklopfer” hört. Hoffentlich ist es auch dieses Jahr so! Komm noch mal im Herbst vorbei, vielleicht hörst du ihn auch !


Ein Tipp, um Sage drei zu finden: Wenn du den Marktplatz hinunter schaust, siehst du es eigentlich schon…

Hier kannst du die Sage hören

1. Der schwarze Hund am Obertor

Wo befindet sich dieses Motiv? Bravo! Du stehst vor der größten Zeder Deutschlands. Doch weshalb steht sie ausgerechnet an dieser Stelle? Das erfährst du nun in Sage 1 !

Im kurfürstlichen Schloss in Weinheim lebte ein geachteter, bei seiner Herrschaft beliebter Hofgärtner, der für seltene und ausländische Pflanzen schwärmte. Darum züchtete er im Schlossgarten seltene Pflanzen wie frühreifende Trauben, süße, große Mandeln, Zitronen und allerlei Nadelbäume aus fernen Ländern. Darunter war eine aus Samen gezogene Zeder aus dem Libanon. Zwischen Weihnachten und den Heiligen Drei Königen (es wird auch von den heiligen zwölf Nächten gesprochen) ging er immer zu einem Lützelsachsener Weinbauern, der besondere Rebsorten zog. Sie probierten zusammen die neusten Weine und sprachen über die neue Rebanlage für den Kurfürsten. Da es inzwischen Nacht geworden war, verabschiedete er sich und wanderte nach Weinheim zurück. Da wurde er von einem dichten Nebel überrascht, der so dicht war, dass er kaum noch nach Hause fand ! Als er endlich die Prankelstraße erreicht hatte, gesellte sich eine schwarze Hündin zu ihm und zeigte ihm sicher den Weg zum Obertor, zum Schlossgarten und zu seinem Häuschen dort an der Stadtmauer. Dort angekommen, blieb sie stehen und leckte dem Gärtner die Hand. Am nächsten Morgen pflanzte der Gärtner an dieser Stelle die Libanon- Zeder und dort steht sie jetzt schon über zweihundert Jahre. Die Hündin soll immer noch in nebligen Nächten auftauchen und Wanderer bis zum Obertor begleiten und dann dort plötzlich verschwinden.

Hier kannst du die Sage hören:

Sage im Dialekt

San Gil, Colombia

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Mountains Tanzania

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Tongariro Park

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