4. Das sonderbare Leichenbegräbnis


Der Kaufmann Hecker aus der Kochgasse (heute Amtsgasse) gegenüber dem Deutschen Ordenshaus, dem heutigen Museum, war der reichste Bürger der Stadt Weinheim. Er hatte die größten Äcker, den fettesten Weizen und die ertragreichsten Weinberge. Er war auch Müller und besaß eine Mühle. An einem warmen Tag saß Herr Hecker in seinem Erker und schaute den Marktplatz hinauf. Manche Leute hatten ihm den Reichtum nicht gegönnt, obwohl er ein fleißiger Bürger und Kaufmann war. Manche alten Leute sagten, dass er nur so reich war, weil seine Vorfahren gewuchert und betrogen hatten und auch er betrog in der Mühle die Bauern, so sagte man. Es war gerade Jahrmarkt und die Köche in der Kochgasse kochten Essen für die Besucher. Es duftete nach gutem Essen draußen. Der Hecker zählte gerade seine Tageskasse, als der Tod ihm die Geldstücke aus der Hand riss und er tot umfiel. Drei Tage später wurde er beerdigt. Die Trauernden aus allen Stadtteilen versammelten sich vor seinem Haus. Dort sangen sie ein Abschiedslied. Die Sargträger wollten gerade den Sarg, der vor dem Haus stand, aufnehmen, da bemerkte einer der Trauernden einen Mann am Dachfenster. Es war der Hecker, der seiner eigenen Beerdigung zuschaute! Doch schnell verschwand die Erscheinung wieder. Jetzt trugen die Sargträger den Sarg zum Sankt Peter Friedhof in die Nordstadt. Nach der Beerdigung wurde das eigenartige Ereignis ausgiebig besprochen. Alle dachten, dass der so unehrliche Kaufmann nicht auf diesen Friedhof wollte, wo die ehrlichen Leute liegen. Er hat bis heute nicht seinen Frieden gefunden und geistert immer noch in seinem Haus herum und macht Geräusche. Auch heute hören ihn die Bewohner des Hauses noch, doch wenn sie nachforschen, verstummt das Geräusch sofort.

Hättest du gerne einen Tipp, um den nächsten Ort zu finden ? Alla gut ( so viel wie „Mach ich gern“ auf kurpfälzisch, dem hiesigen Dialekt). Du musst jetzt schon ordentlich hinunter… hat es eine längere Treppe in der Nähe ?

Hier kannst du die Sage hören

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