8. Der treulose Ritter vom Bohnschen Hof

Ein Tipp, um das nächste Foto zu finden: Folge der Grundelbachstraße Richtung Stadt. Auf einer großen Wandfläche sieht Du einige riesige Fotos von früher…. Dreh dich um… Na, gefunden ?


Das Tor gehört zur Untermühle, gegenüber, wo du den Supermarkt und die Einfahrt für LKWs siehst, stand früher das Haus der von Bohn. Weshalb hier manchmal in der Geisterstunde ein schwarzer Ritter auf seinem Pferd gesehen wird, erfährst du in Sage 8.

Früher wohnte in Weinheim, im Steinwegviertel, der heutigen Hauptstraße, die damals mit Steinen gepflastert war, ein kleines Mädchen namens Elsa von Bohn. Ihr großer väterlicher Hof lag unten an der Grundelbach gegenüber der Untermühle. Dort saß Elsa oft bei der alten Müllerin neben dem Ofen und lauschte den schönen Geschichten der alten Frau. Sie schaute zu, wie die Mühlsteine das Korn zu weißem Mehl mahlten oder sie besuchte ihren jungen Freund Fritz, den Sohn des Müllers. Elsa und Fritz wuchsen miteinander auf. Fritz sollte später einmal die Mühle erben und hätte dann eine nette Nachbarin gehabt, nämlich die Elsa. Der Herr von Bohn sah das aber nicht gerne, dass seine Tochter zu den Müllersleuten ging, denn er war ein stolzer und reicher Mann. Eines Tages kam ein vornehmer Ritter namens Anselm. Dieser Ritter war wohl sehr arm, aber ebenso eingebildet. Er kam einmal in der Woche zum Bohnschen Hof und wurde dort sehr freundlich begrüßt. Als das Edelfräulein achtzehn Jahre alt war, wurde es mit ihm verlobt. Fritz, der junge Müller, heiratete bald darauf eine reiche Gerberstochter aus der Lohgasse. Kurz darauf kam eine reiche Ritterswitwe an den Heidelberger Hof, wo sich Anselm meist aufhielt. Sie entführte den jungen Ritter auf ihr Schloss im Neckartal und er kehrte nie mehr zurück. Elsa wurde nun still und weltfremd und heiratete nie. Als ihre Eltern gestorben waren, lebte sie an der Grundelbach auf dem väterlichen Gut. In den Sommermonaten holte sie ein paar Müllerskinder herüber und spielte mit ihnen. Als sie verstarb, erschien ein schwarzer Ritter auf dem Gelände. Er ritt hier unruhig herum und suchte seine einstige Verlobte, die er verlassen hatte. Als die Turmuhr Mitternacht schlug, stieg das wilde Pferd des schwarzen Ritters senkrecht auf und Pferd und Reiter waren plötzlich verschwunden. Zur Strafe für seine Untreue findet der Ritter im Grab keine Ruhe und muss bis heute immer wieder erscheinen.


Ein Tipp: Nun musst du in die entgegengesetzte Richtung laufen, am „Diebsloch“ vorbei und weiter…dann siehst du ihn schon rechts an der Straße ( diesen Weg kam übrigens Heiner aus Sage 7)

Hier kannst du die Sage hören

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